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Historische Bildergalerie aus Kohlberg
Die Entstehung
Kohlbergs, durch dessen Gebiet schon zu Beginn der
Zeitrechnung die "Bernsteinstraße" führte, geht auf
die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts zurück. Die Köhler
am Berg gaben dem Ort den Namen. Holzkohle wurde damals
zum Schmelzen des Eisenerzes benötigt. Etwa zeitgleich
entstanden auch der Eisenhammer in Röthenbach und die
als "Gründörfer" bezeichneten Orte Hannersgrün,
Artesgrün und Weißenbrunn.

Schon 1250 wird Kohlberg als eigenes Richteramt
beschrieben, dessen Bezirks sich etwa mit dem
heutigen Gemeindebereich deckt.
Das 1442
verliehene Ortswappen zeigt mittig einen verkohlten Ast
auf weißem Grund, darunter einen grünen Berg und obenauf
weiß-blaue bayerische Rauten. Zu dieser Zeit führte
Kohlberg bereits die Bezeichnung "Markt", wie ein
Hinweis in der Marktverleihungsurkunde für Kaltenbrunn
aus dem Jahr 1344 belegt.
Nach der Einführung
des lutherischen Glaubens im Gemeinschaftsamt
Parkstein-Weiden im Jahre 1542 mussten die Kohlberger,
je nach der religiösen Einstellung des Landesherrn,
mehrfach den Glauben wechseln.
Der 30 jährige
Krieg war eine Zeit des Schreckens. Die Lage an der
"Goldenen Straße", wie die Wegeverbindung von Nürnberg
nach Prag seit den Zeiten Karls IV. hieß, hatte in
Friedenszeiten wirtschaftliche Vorteile. In Kriegszeiten
jedoch nutzten auch die Kriegsparteien diese Verbindung
und brachten neben der eingeschleppten Pest noch
vielerlei Unheil über Land und Leute.
So 1634,
als eine Abteilung Kroaten Feuer legte und der Ort samt
Kirche und Pfarrhaus abbrannte. Lediglich das sog.
"Busch'nhaus" am nordöstlichen Ortseingang blieb
verschont .
Bei Einführung des Simultaneums, d.h.
der gemeinsamen Benutzung von Kirche und Schule durch
beide Konfessionen, im Jahre 1663 zählte Kohlberg 72
Katholiken und 380 Protestanten. Dieser ungute Zustand
mit Reibereien zwischen den Konfessionen dauerte
wenigstens bis zur Errichtung der katholischen
Pfarrkirche in den Jahren 1914-16 an.

Die Industrialisierung des 19.
Jahrhunderts sah die Gemeinde kurzzeitig im Aufwind: Mit
dem Bahnanschluss Röthenbachs 1875 war die dortige Glas-
und Spiegelschleife um eine Glasfabrik erweitert worden
1896 entstand das Kaolinwerk Schlemm. Für beide Betriebe
kam aber bereits 1928 bzw. 1926 das Aus.
Nach dem Ende
des 2. Weltkrieges wuchs die Einwohnerzahl der für zwei
Jahre zwangsvereinigten Gemeinden Kohlberg und
Hannersgrün infolge Zuzugs von Flüchtlingen auf
insgesamt 2.200. Das entsprach fast der Verdoppelung des
Einwohnerstandes des Jahres 1939. Da kaum Bauland zur
Verfügung stand oder gestellt wurde, verließen viele
Flüchtlingsfamilien Kohlberg und die Siedlung Schlemm in
den 50er Jahren wieder. Eine einmalige Chance war
vertan!
Im Zuge der Gebietsreform wurde zum
1.1.1972 die Landgemeinde Hannersgrün mit dem Weiler
Thannhof in den Markt Kohlberg eingegliedert. Seit 1976
ist die Gemeinde Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft
Weiherhammer. Mit der Durchführung der Flurbereinigung
um 1970 wurde die Bewirtschaftung der
landwirtschaftlichen Nutzflächen verbessert. Zudem
konnten auch die ersten Baugebiete ausgewiesen und die
Infrastruktur deutlich verbessert werden.
Rudolf Götz
1.Bürgermeister |